Die Polimentvergoldung


Die Poliment-Glanz-Vergoldung ist eine uralte Technik, die so wie sie heute noch praktiziert wird, seit über 1000 Jahren besteht. Jedoch liegen Vorstufen zu dieser Technik noch viel weiter zurück.

Der Untergrund muss speziell vorbereitet werden, damit die Illusion einer massiven Goldfläche entsteht. tatsächlich aber handelt es sich um hauchdünne Blattgoldblätter, ca. 8 x 8 cm groß und ein zehntausendstel Millimeter dick! Das Blattgold wird mit Spezialwerkzeug aufgenommen und aufgelegt und am Ende mit einem Achatstein auf Hochglanz poliert.

Die Polimentvergoldung wurde speziell für Holzuntergründe perfektioniert, kann aber auch in Ausnahmefällen auf anderen Untergründen angewandt werden, wie z.B. Leinwand, Pappe oder Papier. Für Metalluntergründe kommen andere Verfahren zum Einsatz, wie z.B. die Ölvergoldung. Für mineralische Untergründe, wie z.B. Putz, kommt die Mordentvergoldeung zum Einsatz, und auch für Glas gibt es eine besondere Technik (siehe Hinterglasvergoldung).

Die Arbeitsschritte

  1. Leimtränke = Die Holzoberfläche wird weniger saugend gemacht
  2. Armierung = Risse und Verleimungen im Holz werden mit einem Stoff überklebt. Damit wird verhindert, dass sich später an dieser Stelle Risse bilden, wenn das Holz zu „arbeiten“ anfängt
  3. Steingrund = eine besonders harte Grundierung, dient als Verbindung zwischen Holzoberfläche und Kreidegrund
  4. Kreidegrund = Ebnet die Oberfläche und bildet einen „elastischen“ Untergrund für die spätere Vergoldung
  5. Lösche = die Oberfläche des Kreidegrundes wird weniger saugend gemacht
  6. Poliment oder Bolusgrund = besonders feine, farbige Grundierung (meist rot) aus Tonerde
  7. Blattgold ( oder Blattsilber)

Die eigentliche Vergoldung

Der eigentliche Vergoldungsvorgang ist immer aufregend und irgendwie magisch. Das hauchdünne Blattgold wird auf dem Vergolderkissen mit dem Vergoldermesser zugeschnitten und mit dem sogenannten „Anschießer“ (Ein flacher Pinsel aus Eichhörnchenhaar) aufgenommen und auf dem Werkstück aufgebracht. Dieses wurde vorher mit der Netze befeuchtet. Durch die feuchte Oberfläche wird das Blattgold sofort angesaugt. Die Position des Blattgoldes kann nun fast nicht mehr korrigiert werden.

Ist die zu vergoldende Oberfläche mit Blattgold belegt, muss das Ganze erstmal trocknen. Im Anschluss kann mit dem Achat auf Hochglanz poliert werden. Die eigentliche Kunst hierbei ist, den richtigen Augenblick zum Polieren zu treffen. Denn ist der Untergrund noch zu feucht, bricht man mit dem Achat ein und verursacht unschöne Dellen. Wartet man aber zu lange, kann die Grad an Hochglanz nicht mehr erreicht werden. Hier braucht es also viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl!

Mit der Erfahrung kann man den richtigen Zeitpunkt zum Polieren „erklopfen“. Klopft man nämlich vorsichtig mit dem Achat gegen die Oberfläche, klingt sie entweder dumpf (zu feucht) oder metallisch hell (evtl. gerade richtig oder schon zu trocken).