Marketing und Manipulation

Wer nicht wahrgenommen wird, ist nicht existent.

Marketing im Internet
Marketing im Internet. Foto von Pressmaster @ Pexels

Dieser Marketing-Grundsatz gilt in der virtuellen Welt noch mehr als in der analogen. Aus diesem Grund ist heute AE ein fester Bestandteil des Marketings im Internet.

Wenn es darum geht, das neueste Automodell an-die-Frau zu bringen oder den besten Streaming-Dienst zu bewerben, ist die Strategie zunächst gut durchschaubar. Personalisierte Werbung ist eine Win-Win-Strategie, weil der Informationsfluss zielgerichteter ist, das heißt für den Produzenten steigt die Effektivität der Vermarktung und für den Konsumenten die Relevanz.

Was aber, wenn nicht ein Produkt oder eine Dienstleistung, sondern eine bestimmte Anschauung oder Stimmung „verkauft“ werden soll? Hier geht es um die Manipulation von Meinung und letzten Endes um einen „Call-to-Action“! Ein trauriges Beispiel ist die Verfolgung und Tötung der Rohingyas in Myanmar, die nachweislich auf manipulative Stimmungsmache und Aufruf zum Mord in den Sozialen Medien zurückzuführen ist.

Soziale Netzwerke geraten deshalb zunehmend in die Kritik. Die zahlreichen Skandale um Datenmißbrauch, Fake-News, Hate-Speech und manipulative Eingriffe in demokratische Prozesse sind Alarmsignale.

Es ist Zeit, sich zu fragen, ob das ewige und beinahe religiöse Mantra der Social-Media-Konzerne, die Welt verbessern zu wollen, vielleicht auch nur „Fake-News“ ist:

We believe it‘s our responsibility to bring the world together and to give power to the community to build a better world.

Hema Budaraju, Produktmanagerin bei Facebook

Weitere Empfehlungen zu diesem Thema:

Social Media Marketing einfach erklärt: Definition, Übersicht & FAQ von Olaf Kopp

RABBIT HOLE 4.0 – Attention Engineering in Social Media. Bachelorthesis (pdf, ca. 1,3 MB)


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